Dubai Future Forum 2025 – Spitzentreffen der Zukunft

Dubai Future Forum 2025 – Spitzentreffen der Zukunft

Vom 18. bis 19. November 2025 versammelte sich im ›Museum of the Future‹ in Dubai eine beispiellose Zahl von Zukunftsforschern, Experten und Meinungsmachern: Über 2.500 Teilnehmer, mehr als 200 Redner und Vertreter von über 100 internationalen Institutionen trafen beim ›Dubai Future Forum‹ (DFF) aufeinander, um die drängendsten Fragen der kommenden Jahrzehnte zu diskutieren.

Hauptthemen: Vorausschau, Technologie und Gesellschaft

Die Agenda des Forums war in fünf Kernthemen gegliedert, die die Schwerpunkte der Debatten vorgaben: Exploring the Unknown (das Unbekannte erkunden), Empowering Societies (Stärkung der Gesellschaften), Reimagining Health (das Gesundheitssystem neugestalten), Optimising Systems (Optimierung von Systemen) und Foresight Insights (Methoden der Zukunftsvorhersage).

Das 2022 eröffnete »Museum der Zukunft« (متحف المستقبل) im Stadtzentrum entführt die Besucher auf eine fiktive Reise ins Jahr 2071. Es widmet sich auf einer Fläche von 30.000 Quadratmeter der Erforschung der Zukunft von Wissenschaft, Technologie und Innovation, insbesondere in den Bereichen Robotik, künstliche Intelligenz (KI) und Raumfahrt. Die jährlich stattfindende Konferenz »Dubai Future Forum« wird im »Museum der Zukunft« veranstaltet.

Exploring the Unknown

Hier ging es um bahnbrechende Entdeckungen und das tiefe Staunen über das Unbekannte. Redner aus Neurowissenschaft, Physik und Philosophie beschäftigten sich u.a. mit Fragen des Bewusstseins: »Can we decode human consciousness?« war eine zentrale Diskussion, bei der Namen wie Dr. Giulio Tononi und Dr. Anil Seth auftauchten.

Empowering Societies

Dieser Themenblock befasste sich mit sozialer Gerechtigkeit, intergenerationeller Fairness und Governance. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit einer langfristigen Politik, die nicht nur kurzfristige Gewinne, sondern das Wohl künftiger Generationen im Blick hat. Diskutiert wurde etwa, wie Gesellschaften resilienter werden können, und wie sich Institutionen neu erfinden müssen, um globale Herausforderungen zu meistern. Der Kronprinz von Dubai, Scheich Hamdan bin Mohammed Al Maktoum, unterstrich die Bedeutung von globaler Kooperation und vorausschauender Planung.

Reimagining Health

Die Gesundheitsbranche steht laut Forum vor einem Paradigmenwechsel: Präventive und antizipative Medizin, personalisierte Therapien, Longevity-Technologien. In Diskussionen wie »Is healthcare ready for the age of anticipation?« referierten Experten aus Universitäten und internationalen Instituten über die nächste Stufe des Gesundheitswesens. Die Redner des Forums prognostizierten, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre Blut- und Lebererkrankungen mittels Gentherapie behandelt und alle 4.000 bekannten genetischen Erkrankungen innerhalb eines Jahrzehnts eliminiert werden könnten. Sie gingen davon aus, dass zukünftige Entwicklungspolitiken das menschliche Wohlergehen und ethische Regierungsführung in den Mittelpunkt stellen würden.

Optimising Systems

Wie können Wirtschaft, Verwaltung und gesellschaftliche Prozesse effizienter, nachhaltiger und zugleich menschlicher gestaltet werden? In Panels zur globalen Forschungspower, zur Rolle der Industrie und zu urbanen Zukunftsmodellen wurden Antworten gesucht. Ein besonders symbolträchtiger Vortrag war »Urban Futures in Action: What Is Dubai’s Model for People-Centric Cities of the Future?«, gehalten von Marwan Bin Ghalita (Dubai Municipality).

Foresight Insights

Dieser Themenbereich widmete sich den Instrumenten der Zukunftsforschung selbst: Prognosen, Szenariotechniken, strategische Voraussicht und Narrativ-Design. Es ging um die Frage, wie wir nicht nur auf die Zukunft reagieren, sondern aktiv mitgestalten können.

Aus den Debatten des Forums gingen mehrere zentrale Zukunftsvisionen hervor:

  1. Ethik und Technologie: Die Teilnehmenden warnten davor, dass fortgeschrittene KI-Systeme (»agentenbasierte KI«), die eigenständig handeln, ohne politische und ethische Kontrolle existenzielle Risiken bergen könnten.
  2. Wohlstand neu definieren: Es wurde diskutiert, dass wirtschaftliches Wachstum in Zukunft nicht mehr allein über das Bruttoinlandsprodukt gemessen werden darf – Themen wie Wohlbefinden, Nachhaltigkeit und Lebensqualität gewinnen an Bedeutung.
  3. Arbeitswelten im Wandel: Durch Automatisierung und KI wird sich die Arbeitslandschaft dramatisch verändern. Eine besonders provokante Prognose: Bis 2060 könnten 52 von 100 arbeitenden Menschen wegen veränderter Demografie und Automatisierung arbeitslos sein (laut einer im Forum präsentierten Analyse).
  4. Virtuelle Identitäten: Ein weiterer Blick in die Zukunft betraf die These, dass ab 2028 rund ein Drittel der Fortune-500-CEOs einen digitalen Zwilling (Digital Twin) haben könnte, der sie bei Entscheidungsprozessen unterstützt.
  5. Globale Gemeinschaft stärken: Während des Forums trat die Global Futures Society (GFS) als zentrale Plattform hervor: Es wurden 31 neue Mitgliedsorganisationen aus aller Welt aufgenommen, so dass die GFS künftig 91 Institutionen aus 33 Ländern umfasst.
  6. Natur und Technologie versöhnen: Mehrere Sitzungen beleuchteten, wie transformative Technologien dazu beitragen können, unsere Verbindung zur Natur neu zu definieren – nicht als Gegner, sondern als Partner. Die Redner warnten jedoch davor, einzig auf Effizienz zu setzen: Nur weil etwas effizient ist, heißt das nicht, dass es menschliches Wohlbefinden automatisch verbessert.
Immersive Erfahrungen und Beteiligung

Ein besonderes Merkmal des Forums war seine interaktive Komponente: Teilnehmende konnten immersive Erlebnisse in Künstlicher Intelligenz (KI) und Extended Reality (XR) erleben – darunter VR- und AR-Installationen wie »Future Botanica«, »Aura Forest« oder »Keepers of the Forest«. Diese Erlebnisse sollten nicht nur inspirieren, sondern auch greifbar machen, wie sich Zukunftskonzepte technologisch und sehr sinnlich anfühlen könnten.

Darüber hinaus fanden Workshops statt, etwa zu »Scenario Lab: What Happens When Imagination Becomes the World’s Most Valuable Resource?« oder zu Fragen der Migration und Szenarienplanung mit internationalen Organisationen wie der IOM.

Bedeutung und globale Wirkung

Das Dubai Future Forum 2025 zeigt eindrucksvoll, dass Zukunftsgestaltung zunehmend zu einer globalen, strategischen Aufgabe wird – nicht mehr nur für Regierungen, sondern für Wissenschaft, Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur gleichermaßen. Die große Vielfalt der Teilnehmenden (über 100 Institutionen, Hunderte Experten) und die Breite der Themen spiegeln wider, wie eng Technologie, Gesellschaft und Nachhaltigkeit heute miteinander verknüpft sind.

Scheich Hamdan bin Muhammad bin Raschid Al Maktum betonte bei seiner Eröffnungsansprache, dass die Gestaltung der Zukunft zu einer strategischen Priorität geworden sei, nicht nur für Dubai, sondern für die gesamte Menschheit. Gleichzeitig sendet das Forum ein klares Signal: Die Welt braucht mehr denn je Kooperationsplattformen, in denen Voraussicht, Kreativität und langfristiges Denken zusammenfinden.

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