{"id":871614,"date":"2025-09-28T12:40:58","date_gmt":"2025-09-28T10:40:58","guid":{"rendered":"https:\/\/infodienst.info\/?p=871614"},"modified":"2025-09-28T19:07:06","modified_gmt":"2025-09-28T17:07:06","slug":"feminization-equals-wokeness","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infodienst.info\/?p=871614","title":{"rendered":"\u00bbFeminization equals Wokeness\u00ab"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit einer provokanten Diagnose \u00fcber den Zustand westlicher Gesellschaften sorgte die konservative Publizistin <a href=\"https:\/\/herandrews.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Helen Andrews<\/a> bei der \u203aNational Conservatism Conference\u2039 (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EWLbq7PlrIA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NatCon 5<\/a>; 02.09.2025) in Washington, DC f\u00fcr Aufsehen. In ihrem Vortrag mit dem Titel \u00bbOvercoming the Feminization of Culture\u00ab bezeichnete sie den tiefgreifenden Wandel durch den wachsenden Einfluss von Frauen in Politik, Wirtschaft und Kultur als \u00bbRevolution\u00ab \u2013 und warnte vor weitreichenden Folgen.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">\u00bbDie gro\u00dfe Feminisierung\u00ab \u2013 eine Revolution unserer Zeit<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zu Beginn ihres Vortrags zitierte Andrews den libert\u00e4ren US-amerikanischen \u00d6konomen Tyler Cowen, der in einem Blogbeitrag sieben pr\u00e4gende Revolutionen seiner Lebenszeit aufgez\u00e4hlt habe \u2013 von der Mondlandung bis zur K\u00fcnstlichen Intelligenz. Zwischen dem Ende des Kommunismus und der Erfindung des Internets habe Cowen eine Entwicklung genannt, die Andrews ins Zentrum ihrer Analyse stellte: die \u00bbGreat Feminization\u00ab.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00bb<em>Dieser Begriff ist nicht vielen Amerikanern bekannt<\/em>\u00ab, sagte Andrews, \u00bb<em>aber k\u00fcnftige Historiker k\u00f6nnten ihn f\u00fcr wichtiger einstufen als fast jede andere Revolution auf dieser Liste<\/em>.\u00ab Darunter verstehe sie die zunehmende Repr\u00e4sentation von Frauen in s\u00e4mtlichen gesellschaftlichen Institutionen \u2013 ein Prozess, der historisch ohne Beispiel sei. Noch nie zuvor h\u00e4tten Frauen so viel politische Macht besessen wie heute. \u00bb<em>Denken Sie an alle Parlamente, die es je gegeben hat. Keines war \u2013 wie unseres \u2013 zu einem Drittel weiblich\u00ab<\/em>, erkl\u00e4rte sie. Anmerkung: Der Frauenanteil im 21. Deutschen Bundestag betr\u00e4gt 32,4\u00b9 Prozent.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Andrews verwies auf weitere Beispiele: In der gr\u00f6\u00dften Stadt der USA stehe eine Frau an der Spitze der Polizei, an den meisten juristischen Fakult\u00e4ten stellten Frauen mittlerweile die Mehrheit, ebenso unter Jura- und Medizinstudierenden sowie unter College-Absolventen mit Bachelor- oder Doktortitel. \u00bb<em>46 Prozent der Manager in den USA sind heute Frauen<\/em>\u00ab, so Andrews. In vielen F\u00e4llen sei der Kipppunkt erst in den letzten f\u00fcnf bis zehn Jahren erreicht worden.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Vom Pioniergeist zur Mehrheit<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Entwicklung sei jedoch keineswegs abrupt verlaufen, sondern das Ergebnis eines jahrzehntelangen Prozesses. W\u00e4hrend in den 1970er-Jahren Frauen oft \u00bb<em>die einzige Reporterin im Newsroom<\/em>\u00ab oder \u00bb<em>die einzige Professorin im Fachbereich<\/em>\u00ab gewesen seien, habe sich ihre Zahl bis zur Jahrtausendwende auf etwa 20 bis 30 Prozent erh\u00f6ht. Heute seien viele dieser Bereiche zu rund 50 Prozent weiblich besetzt \u2013 und die Dynamik halte an.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">So habe sich etwa der Beruf des Psychologen von einst 70 Prozent M\u00e4nnern zu heute nur noch 20 Prozent M\u00e4nnern unter den Neueinsteigern gewandelt. \u00bb<em>M\u00e4nner haben das Feld verlassen<\/em>\u00ab, so Andrews, \u00bb<em>weil Psychologie feminisiert wurde \u2013 sie wurde empathischer, f\u00fcrsorglicher und weniger wertend<\/em>.\u00ab \u00c4hnliche Entwicklungen sieht sie im Literaturbetrieb, wo rund 80 Prozent der Besch\u00e4ftigten Frauen seien. \u00bb<em>M\u00e4nner lesen keine Romane mehr \u2013 nicht, weil sie keine Romane m\u00f6gen, sondern weil sie die Art von Romanen, die heute ver\u00f6ffentlicht werden, nicht m\u00f6gen<\/em>\u00ab, erkl\u00e4rte sie.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">\u00bbFeminization equals Wokeness\u00ab<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr Andrews ist diese Feminisierung nicht nur eine demografische Ver\u00e4nderung, sondern auch eine kulturelle. \u00bb<em>Wenn Sie es in einem Satz ausdr\u00fccken wollen<\/em>\u00ab, sagte sie, \u00bb<em>dann gilt: Feminization equals Wokeness<\/em>.\u00ab Alles, was man mit \u203aWokeness\u2039 verbinde \u2013 die Betonung von Empathie statt Rationalit\u00e4t, Sicherheit statt Risiko, Konformit\u00e4t statt Wettbewerb \u2013 sei eine Folge dieser Entwicklung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Sie verwies auf Umfragen, denen zufolge zwei Drittel der M\u00e4nner Meinungsfreiheit h\u00f6her bewerteten als gesellschaftliche Inklusion, w\u00e4hrend zwei Drittel der Frauen das Gegenteil sagten. Auch in der Moralpsychologie zeige sich ein Unterschied: M\u00e4nner orientierten sich st\u00e4rker an Regeln und Fakten, Frauen an Kontext und Beziehungen. Dies zeige sich etwa in der Entlassung des Google-Mitarbeiters James Damore, der auf biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern hingewiesen hatte. \u00bb<em>Niemand versuchte, ihn mit Fakten zu widerlegen<\/em>\u00ab, sagte Andrews. \u00bb<em>Er wurde entlassen, weil seine Aussagen Frauen ein schlechtes Gef\u00fchl h\u00e4tten geben k\u00f6nnen<\/em>.\u00ab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch bei den Kavanaugh-Anh\u00f6rungen 2018 habe sich laut Andrews ein Geschlechterunterschied gezeigt: \u00bb<em>Die m\u00e4nnliche Position lautete: Ohne Beweise kann man einem Mann nicht Karriere und Leben zerst\u00f6ren. Die weibliche Position lautete: Wie k\u00f6nnen Sie \u00fcber Beweise sprechen \u2013 sehen Sie nicht, dass sie weint?<\/em>\u00ab Zwar h\u00e4tten auch viele Frauen die Art der Anh\u00f6rungen abgelehnt, r\u00e4umte sie ein, doch \u00bb<em>eine Gesellschaft, in der M\u00e4nner dominieren, orientiert sich an Fakten, eine, in der Frauen dominieren, an Emotionen<\/em>.\u00ab<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">\u00bbFeminisierung kann das Ende der Zivilisation bedeuten\u00ab<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach dieser Diagnose kam Andrews zu ihren provokantesten Thesen. \u00bb<em>Bis hierhin war nichts besonders umstritten<\/em>\u00ab, sagte sie. \u00bb<em>Ich habe nur gesagt: M\u00e4nner und Frauen sind unterschiedlich, und Institutionen ver\u00e4ndern sich, wenn sie weiblicher werden<\/em>.\u00ab Ihre erste kontroverse Behauptung lautete: Feminisierung sei in vielen F\u00e4llen nicht nur problematisch, sondern gef\u00e4hrlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Sie nannte mehrere Beispiele: Die Rechtsstaatlichkeit sei auf Objektivit\u00e4t und feste Regeln angewiesen \u2013 \u00bb<em>nicht auf Richter, die sich mehr f\u00fcr Kontext und Beziehungen interessieren als f\u00fcr das Gesetz<\/em>\u00ab. In der Wissenschaft gehe es um Wahrheitssuche \u2013 nicht um die Zensur \u00bbgef\u00e4hrlicher\u00ab Ideen. In der Wirtschaft m\u00fcssten Innovation und F\u00fchrung belohnt werden \u2013 nicht blo\u00df \u00bb<em>HR-konformes Verhalten<\/em>\u00ab. Und in der Migrationspolitik w\u00fcrden Gesetze oft nicht angewendet, \u00bb<em>wenn sie jemanden traurig machen k\u00f6nnten<\/em>\u00ab. Ohne Rechtsstaat, Wahrheitssuche, Grenzschutz und Innovationskraft, warnte Andrews, \u00bb<em>f\u00fchrt eine durch und durch feminisierte Zivilisation sich selbst auf den Weg zum Zusammenbruch<\/em>.\u00ab<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Keine Verbote \u2013 aber \u00bbDaumen von der Waage nehmen\u00ab<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ihre zweite provokante These war eine Antwort auf die Frage, ob man demografische Feminisierung haben k\u00f6nne, ohne dass sich Institutionen inhaltlich ver\u00e4nderten. \u00bbIn der Theorie ja\u00ab, r\u00e4umte Andrews ein. Es gebe viele Frauen, die \u00bb<em>exzellente Richterinnen oder kompromisslose Journalistinnen<\/em>\u00ab seien. Doch sie glaube nicht, dass es \u00bbgenug von ihnen\u00ab gebe, um die alten Standards zu halten. \u00bb<em>Demografische Feminisierung f\u00fchrt unvermeidlich zu substanzieller Feminisierung<\/em>\u00ab, sagte sie.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Was also tun? Andrews stellte klar: \u00bb<em>Ich schlage nicht vor, Frauen aus irgendeinem Bereich zu verbannen oder sie zu entmutigen<\/em>.\u00ab Stattdessen m\u00fcsse man \u00bb<em>den Daumen von der Waage nehmen<\/em>\u00ab. Anti-Diskriminierungsgesetze f\u00fchrten dazu, dass Frauen bevorzugt eingestellt und bef\u00f6rdert w\u00fcrden oder sogar \u00bb<em>Jobs geschaffen w\u00fcrden, die nicht n\u00f6tig sind \u2013 nur um die Zahlen zu verbessern<\/em>\u00ab. Zudem zw\u00e4ngen sie Unternehmen, ihre Arbeitskultur zu feminisieren, um Klagen zu vermeiden. \u00bb<em>Deshalb gibt es HR-Abteilungen \u2013 nicht, weil sie Ideologen sind, obwohl sie das nat\u00fcrlich auch sind, sondern um ihre Unternehmen vor Klagen zu sch\u00fctzen<\/em>.\u00ab Ihr radikaler Vorschlag: \u00bb<em>Tagesordnungspunkt Nummer eins: Alle HR-Ladies feuern. Wer ist dabei?<\/em>\u00ab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein weiterer Faktor sei die sogenannte \u00bbTwo Income Trap\u00ab \u2013 der Zwang zu zwei Einkommen, um einen Mittelstandslebensstandard zu halten. Wenn Familien mit nur einem Einkommen ausk\u00e4men, \u00bb<em>w\u00fcrden sich viele Frauen freiwillig anders entscheiden<\/em>\u00ab, prognostizierte Andrews.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">\u00bbNicht um mich geht es, sondern um unsere Gesellschaft\u00ab<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zum Schluss zeigte sich Andrews bewusst, wie sensibel das Thema ist. \u00bb<em>Ich bin nat\u00fcrlich selbst eine Frau und liebe meinen Beruf als Autorin<\/em>\u00ab, sagte sie. \u00bb<em>Ich will keine Frau davon abhalten, ihren Weg zu gehen<\/em>.\u00ab Gleichzeitig habe sie \u00bb<em>viele unbequeme Meinungen<\/em>\u00ab \u2013 und eine zunehmend konforme Gesellschaft mache es auch ihr schwerer. \u00bb<em>Es geht nicht darum, was f\u00fcr mich pers\u00f6nlich am besten ist<\/em>\u00ab, sagte sie abschlie\u00dfend. \u00bb<em>Es geht darum, was f\u00fcr unsere Gesellschaft am besten ist \u2013 und f\u00fcr die Gesellschaft, in der unsere Kinder aufwachsen werden<\/em>.\u00ab<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Fazit:<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Helen Andrews\u2019 Rede war weniger eine n\u00fcchterne Analyse als ein Frontalangriff auf die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Folgen der Gleichstellung der Geschlechter. Ihre Gleichsetzung von \u00bbFeminisierung\u00ab mit \u00bbWokeness\u00ab und ihre Warnung vor einer \u00bbselbstzerst\u00f6rerischen Zivilisation\u00ab d\u00fcrften ihr breite Zustimmung in konservativen Kreisen einbringen \u2013 und heftige Kritik von liberaler und feministischer Seite provozieren.<\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Helen Andrews (geb. Helen Rittelmeyer) ist eine amerikanische konservative politische Kommentatorin und Autorin. Sie ist ehemalige leitende Redakteurin bei \u203aThe American Conservative\u2039 und ehemalige Chefredakteurin des \u203aWashington Examiner\u2039.<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\"><small><span style=\"color: #000000;\">\u00b9Die gr\u00f6\u00dften Unterschiede zeigen sich zwischen den Fraktionen: B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen: 61,2 %. Die Linke: 56,2 %. SPD: 41,7 %. CDU: 22,6 %. CSU: 25 %. AfD: 11,8 %.<\/span><br \/>\n\u00a9 Beitragsfoto oben: YouTube <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EWLbq7PlrIA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Screenshot<\/a> \u2013 Helen Andrews: Overcoming the Feminization of Culture.<br \/>\n\u00a9 \u203aInfodienst fut\u016brum\u2039. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.<\/small><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einer provokanten Diagnose \u00fcber den Zustand westlicher Gesellschaften sorgte die konservative Publizistin Helen Andrews bei der \u203aNational Conservatism Conference\u2039 (NatCon 5; 02.09.2025) in Washington, DC f\u00fcr Aufsehen. 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