{"id":1154245,"date":"2025-12-06T19:51:58","date_gmt":"2025-12-06T18:51:58","guid":{"rendered":"https:\/\/infodienst.info\/?p=1154245"},"modified":"2025-12-06T19:51:58","modified_gmt":"2025-12-06T18:51:58","slug":"digitaler-kontrollstaat-wie-china-ki-zum-politischen-instrument-formt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infodienst.info\/?p=1154245","title":{"rendered":"Digitaler Kontrollstaat: Wie China KI zum politischen Instrument formt"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Ein neues Zeitalter der digitalen Herrschaft<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Kaum eine Technologie pr\u00e4gt das moderne China der Gegenwart so stark wie die K\u00fcnstliche Intelligenz. Was einst als Werkzeug zur industriellen Erneuerung gefeiert wurde, ist heute weit mehr, n\u00e4mlich eine Infrastruktur politischer Kontrolle. Wie die Volksrepublik in den vergangenen Jahren eine KI-Architektur aufgebaut hat, die tief in Gesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und internationale Beziehungen eingreift, verdeutlicht eine <a href=\"https:\/\/www.aspi.org.au\/report\/the-partys-ai-how-chinas-new-ai-systems-are-reshaping-human-rights\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> des \u203aAustralian Strategic Policy Institute\u2039 (ASPI). Dabei versteht die chinesische F\u00fchrung \u00bbKI-Sicherheit\u00ab nicht als Schutz der B\u00fcrger, sondern als Sicherung des Staates \u2013 ein grundlegender Unterschied zu demokratischen Konzepten technologischer Verantwortung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend Regulierung in liberalen L\u00e4ndern die Wahrung von Transparenz, Menschenrechten und technischer Robustheit betont, wird in China prim\u00e4r die Verhaltenskontrolle und -lenkung betont: KI soll vorhersehbar, steuerbar und politisch zuverl\u00e4ssig arbeiten. Diese ideologische Grundhaltung bildet das Fundament eines Systems, das immer st\u00e4rker auf automatisierte \u00dcberwachung, algorithmische Verhaltenssteuerung und industrielle Zensur setzt.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Censorship by Design: Wenn KI politisch sieht und schweigt<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00dcber Jahre stand die Textzensur im Fokus internationaler Beobachter. Doch mittlerweile sind es die multimodalen KI-Modelle, die Chinas Informationskontrolle auf ein neues Niveau heben. Gro\u00dfe Sprachmodelle wie Baidus Ernie, Alibabas Qwen oder Zhipus GLM filtern nicht nur Textinhalte \u2013 sie erkennen und zensieren auch politisch sensible Bilder.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Das ist bemerkenswert, weil visuelle Zensur bislang deutlich schwerer zu automatisieren war. Dennoch zeigte sich in umfangreichen Tests: Die Modelle reagieren besonders stark auf ikonische Motive chinesischer Zeitgeschichte \u2013 Proteste, politisch heikle Orte, religi\u00f6se Gruppen, Katastrophen oder historische Gewalt. Zensur tritt nicht offen als Verbot auf. Stattdessen pr\u00e4sentieren die Systeme umdeutende, verharmlosende oder ausweichende Antworten, je nach Sprache, Hosting-Standort oder Prompt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">So kann ein Modell das Bild des Tian\u2018anmen-Platzes (Ort des Tian\u2018anmen-Massakers am 04.06.1989) in englischer Sprache sachlich beschreiben, w\u00e4hrend es bei derselben Anfrage auf Chinesisch pl\u00f6tzlich auf \u00bbharmonische gesellschaftliche Entwicklung\u00ab verweist oder die Antwort verweigert. Die Filtermechanismen liegen auf mehreren Ebenen des Modells \u2013 tief in Trainingsdaten, System-Prompts und feingetunten Moderationsschichten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dieser Wandel bedeutet: Zensur wird unsichtbarer. Nutzerinnen und Nutzer k\u00f6nnen kaum erkennen, ob das Modell aus technischen Gr\u00fcnden schweigt oder aus politisch gewollter Zur\u00fcckhaltung. Genau das macht KI-gest\u00fctzte Informationskontrolle so m\u00e4chtig \u2013 und so gef\u00e4hrlich f\u00fcr jeden offenen Diskurs.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Die Automatisierungsmaschine: Wie China Online-Zensur industrialisiert<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Internet Chinas ist kein chaotischer Informationsraum, sondern ein algorithmisch geordnetes \u00d6kosystem. Die Kommunistische Partei verlangt von jeder Plattform \u2013 von WeChat \u00fcber TikTok bis zur Suchmaschine Baidu \u2013 eine l\u00fcckenlose \u00dcberwachung und Moderation. Das Ergebnis ist eine erstaunliche Form \u00f6konomischer Dynamik: Zensur ist ein milliardenschwerer Markt geworden. Gro\u00dfe Technologieunternehmen bieten ganze Moderations-\u00d6kosysteme an, darunter:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Baidus Content Censoring Platform, ein vollautomatisiertes System zur Filterung von Text, Bild und Video, das Verst\u00f6\u00dfe erkennt, markiert und im Zweifel direkt mit Sicherheitsbeh\u00f6rden kommuniziert.<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Bytedances Echtzeit-Contentklassifizierung, die virale Verbreitung politisch unerw\u00fcnschter Inhalte drosselt oder verhindert.<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Tencents intelligent content audit, das Nachrichtenfeeds, Chats und Video-Uploads auf \u00bbabweichende\u00ab Inhalte pr\u00fcft.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Systeme entfernen Inhalte innerhalb von Sekunden \u2013 oft bevor Nutzer sie \u00fcberhaupt sehen. Schwierigere F\u00e4lle, etwa Satire, Minderheitensprachen oder codierte Anspielungen, gehen an menschliche Zensoren, deren Stellenbeschreibungen ganz selbstverst\u00e4ndlich Kenntnisse in \u00bbpolitischem Verst\u00e4ndnis\u00ab und \u00bbsozialer Stabilit\u00e4t\u00ab fordern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Bislang existiert noch ein Rest menschlichen Ermessens. Doch die Richtung ist klar: Zuk\u00fcnftige Modelle sollen auch diese L\u00fccken schlie\u00dfen. Die Vorstellung einer vollst\u00e4ndig KI-gesteuerten Informationsordnung r\u00fcckt n\u00e4her \u2013 mit einer Effizienz, die in ihrer Konsequenz historisch neu ist.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Smart Justice: KI im Dienst eines politisierten Rechtssystems<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Integration von KI in die chinesische Strafverfolgung ist besonders weit fortgeschritten. Der australische Bericht zeigt ein Bild, das mit rechtsstaatlichen Vorstellungen kaum vereinbar ist: China betreibt eine vollst\u00e4ndige KI-Justizpipeline. Sie umfasst:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Massen\u00fcberwachung durch Kameras, Sensoren, Gesichtserkennung, Verhaltensprognosen.<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Vorausschauende Polizeiarbeit (Predictive policing), die aufgrund algorithmischer Muster bereits potenziell \u00bbunerw\u00fcnschte\u00ab Personen identifiziert.<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Digitale Staatsanwaltschaften, die F\u00e4lle automatisch strukturieren und Verdachtsmomente einstufen.<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Gerichte, die KI zur Unterst\u00fctzung von Entscheidungsvorschl\u00e4gen nutzen \u2013 einschlie\u00dflich Urteils- und Strafempfehlungen.<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Gef\u00e4ngnisse, in denen KI-basierte \u00dcberwachungssysteme Verhaltensanalysen durchf\u00fchren.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Offiziell erh\u00f6ht dies die Effizienz. Inoffiziell entsteht ein System, das die ohnehin eingeschr\u00e4nkten Verteidigungsrechte des Einzelnen weiter schw\u00e4cht. KI wird hier nicht eingesetzt, um Ungerechtigkeit zu mindern, sondern um die politische Kontrolle zu vertiefen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Besonders auff\u00e4llig ist die Rolle des Tech-Unternehmens \u203aiFlytek\u2039, das Sprach- und Erkennungssysteme liefert und seit Jahren in staatliche \u00dcberwachungsprojekte eingebunden ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">So entsteht ein \u00bbsmarter\u00ab Justizapparat, dessen algorithmische Entscheidungen von au\u00dfen kaum nachvollziehbar sind \u2013 und der Fehler oder politische Verzerrungen systematisch reproduziert.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Minderheitensprachen unter algorithmischer Beobachtung<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend internationale Debatten oft \u00fcber die Gesichtserkennung in der mehrheitlich muslimischen autonomen Region Xinjiang sprechen, zeigt der Bericht eine neuere, subtilere Entwicklung: China baut LLMs f\u00fcr Minderheitensprachen, die speziell der \u00dcberwachung politisch sensibler Gruppen dienen. Zu diesen \u00fcberwachten Sprachen z\u00e4hlen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Uigurisch<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Tibetisch<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Mongolisch<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Koreanisch.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Sprachmodelle analysieren Texte, Audio-Nachrichten, Memes und Videos, um fr\u00fchzeitig Stimmungen in der Bev\u00f6lkerung, abweichende Meinungen oder Tumult- und Aufstandspotenzial zu erkennen. Die Technologie dient ausdr\u00fccklich \u2013 wie es im Bericht hei\u00dft \u2013 der \u00bbpublic-opinion prevention and control\u00ab (Pr\u00e4vention und Kontrolle der \u00f6ffentlichen Meinung).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Bemerkenswert ist, dass die Systeme nicht auf China beschr\u00e4nkt bleiben sollen. Mehrere staatlich gef\u00f6rderte Forschungszentren entwickeln die Tools mit dem Ziel, sie in L\u00e4ndern entlang der \u203aNeuen Seidenstra\u00dfe\u2039 (Belt and Road Initiative; BRI) einzusetzen, wo dieselben Bev\u00f6lkerungsgruppen leben und kommunizieren. Der Ansatz folgt einer Logik der ethnischen Kontinuit\u00e4t, nicht geografischer Grenzen. Damit entsteht eine Art transnationaler \u00dcberwachungsraum, dessen Reichweite \u00fcber Staatsgrenzen hinausreicht \u2013 eine neue Form digitaler Einflussnahme, die bisher kaum \u00f6ffentlich diskutiert wird.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">\u00dcberwachung aus dem Orbit: Chinas KI-Satellitennetz<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ebenfalls weniger bekannt, aber strategisch bedeutsam ist Chinas Plan eines globalen Netzwerks KI-gesteuerter Satelliten, das zivile und milit\u00e4rische Funktion vereint. Ziel ist eine permanente, algorithmisch ausgewertete Erdbeobachtung, die sowohl f\u00fcr wirtschaftliche Projekte als auch f\u00fcr sicherheitspolitische Zwecke nutzbar ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein solches Netzwerk w\u00fcrde China im Bereich des globalen \u00bbSituationsbewusstseins\u00ab (Situational Awareness) einen Vorsprung verschaffen \u2013 und k\u00f6nnte die \u00dcberwachung ethnischer Regionen wie Xinjiang oder internationaler Seewege weiter intensivieren. Unter Situational Awareness wird die Wahrnehmung der eigenen Umgebung, die Einsicht in die Bedeutung der Elemente sowie die Vorhersage zuk\u00fcnftiger Entwicklungen verstanden, um jederzeit angemessen reagieren zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">KI als geopolitische Waffe: Die Fischerei als Beispiel<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die ASPI-Studie beschreibt auch ein Feld, das auf den ersten Blick unscheinbar wirken mag, aber exemplarisch f\u00fcr Chinas KI-gest\u00fctzten Machtanspruch steht: die industrielle Fernfischerei. Hierbei nutzen chinesische Flotten zunehmend KI-Systeme wie:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Yuyao Fishing Eagle<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Sea Eagle AI<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">AoXin 1.0.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Werkzeuge liefern pr\u00e4zise Vorhersagen \u00fcber Fischschw\u00e4rme, Str\u00f6mungen und Fangwahrscheinlichkeiten. Das Ergebnis: Chinesische Schiffe sind in der Lage, die lokale Fischwirtschaft in L\u00e4ndern wie Mauretanien, Vanuatu oder der Inseln im S\u00fcdchinesischen Meer massiv zu \u00fcbervorteilen \u2013 oft \u00fcber bestehende Vertr\u00e4ge hinaus oder sogar illegal.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dies f\u00fchrt zu:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">einer systematischen Erosion der wirtschaftlichen Rechte lokaler K\u00fcstengemeinden,<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">einer Abh\u00e4ngigkeit von chinesischen Verarbeitungs- und Handelsketten,<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">wachsenden sozialen Konflikten zwischen lokalen (d.h. ausl\u00e4ndischen) Fischern und chinesischen Flotten.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dieser Fall zeigt, wie KI nicht nur innenpolitische Kontrolle erm\u00f6glicht, sondern auch die \u00f6konomische Machtprojektion im Ausland verst\u00e4rkt \u2013 h\u00e4ufig zum Nachteil \u00e4rmerer Staaten.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Export eines autorit\u00e4ren Modells<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">China ist heute der weltweit gr\u00f6\u00dfte Exporteur von KI-\u00dcberwachungstechnologie. Viele dieser Systeme gehen in L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens, in denen Regierungen auf der Suche nach g\u00fcnstigen Tools zur eigenen Machtsicherung sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Parallel dazu versucht China, internationale Standards im Sinne seiner eigenen \u00bbGovernance-Ideen\u00ab zu beeinflussen \u2013 etwa \u00fcber die \u00bbGlobal AI Governance Initiative\u00ab des chinesischen Au\u00dfenministeriums oder durch Vorschl\u00e4ge wie die Einrichtung einer \u00bbWorld Artificial Intelligence Cooperation Organisation\u00ab (WAICO). Diese Idee wurde von Pr\u00e4sident Xi Jinping auf dem APEC-Gipfel 2025 unterst\u00fctzt und sieht die Schaffung eines globalen Gremiums zur Regulierung von KI vor, das Standards festlegt, die Open-Source-Entwicklung f\u00f6rdert und sicherstellt, dass KI der gesamten Menschheit zugutekommt. Ein weiteres Ziel ist es, die Bem\u00fchungen der Vereinten Nationen zu erg\u00e4nzen und eine gemeinsame Entwicklung, insbesondere f\u00fcr den globalen S\u00fcden, zu f\u00f6rdern und gleichzeitig Chinas F\u00fchrungsrolle im Bereich der KI zu st\u00e4rken. M\u00f6glicher Hauptsitz der Organisation k\u00f6nnte Shanghai sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Damit steht nicht nur die Frage im Raum, wie Technologie reguliert werden sollte, sondern auch, wessen Werte und Machtstrukturen im digitalen Zeitalter global dominieren werden.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Eine neue normative Frage: Welche Zukunft wollen wir?<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Entwicklungen zeigen: Chinas KI-Architektur ist nicht nur ein nationales Projekt, sondern ein Modell, das weltweit Wirkung entfaltet und zunehmend Nachahmer findet. Der Kern des Systems ist technologische Effizienz kombiniert mit politischer \u00bbEingebundenheit\u00ab \u2013 eine Kombination, die viele autorit\u00e4re oder halbautorit\u00e4re Regierungen attraktiv finden k\u00f6nnten. Die Herausforderungen sind daher global:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie verhindern offene Gesellschaften die schleichende Normalisierung autorit\u00e4rer KI-Praxis?<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie k\u00f6nnen Transparenz und Menschenrechte in internationalen Standards verankert werden?<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Und wie l\u00e4sst sich verhindern, dass KI-Systeme zur Infrastruktur staatlicher Einflussnahme \u00fcber Grenzen hinweg werden?<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Zwischen Innovation und Kontrolle<\/span><\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die chinesische KI-Entwicklung ist zweifellos dynamisch und innovativ. Doch ihre Einbindung in ein politisches System, das Stabilit\u00e4t \u00fcber Freiheit stellt, f\u00fchrt zu einer Form technologischer Macht, die kaum historische Vorbilder kennt. China schafft nicht nur neue Werkzeuge \u2013 es schafft neue Normen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Von multimodaler Zensur \u00fcber algorithmische Justiz, \u00fcberwachungskulturelle Eingriffe in Minderheitensprachen, KI-Satelliten, bis zu \u00f6konomischer Kontrolle durch intelligente Fischerei: Das System formt Alltag, Recht, Wirtschaft und internationale Beziehungen gleicherma\u00dfen. Die Frage ist nicht, wie m\u00e4chtig diese Technologie ist. Die Frage ist, wer sie kontrolliert \u2013 und zu welchem Zweck.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\"><small>\u00a9 \u00c6ON-Z e.V. Thinktank. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterst\u00fctzend K\u00fcnstliche Intelligenz eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.<\/small><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues Zeitalter der digitalen Herrschaft Kaum eine Technologie pr\u00e4gt das moderne China der Gegenwart so stark wie die K\u00fcnstliche Intelligenz. Was einst als Werkzeug zur industriellen Erneuerung gefeiert wurde, ist heute weit mehr, n\u00e4mlich eine Infrastruktur politischer Kontrolle. Wie die Volksrepublik in den vergangenen Jahren eine KI-Architektur aufgebaut hat, die tief in Gesellschaft, Verwaltung,&nbsp;&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1154246,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[61,22,11],"tags":[],"class_list":["post-1154245","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ai-ki","category-geopolitik","category-polizeistaat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1154245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1154245"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1154245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1154247,"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1154245\/revisions\/1154247"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1154246"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1154245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1154245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/infodienst.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1154245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}